Prophylaxe

Der Begriff „Prophylaxe“ stammt aus dem Griechischen und bezeichnet die Gesamtheit aller Maßnahmen (Vorbeugung, Früherkennung und rechtzeitige Behandlung), die dazu dienen, eine Beeinträchtigung der Gesundheit durch Krankheiten oder Unfälle zu verhindern.

In der Zahnheilkunde ist die Prophylaxe einer der wichtigsten Bereiche, da sie die Voraussetzung für erfolgreiche Therapien und eine langfristige Erhaltung der Zähne bildet.

Darüber hinaus trägt sie zur Beseitigung der am häufigsten verbreiteten Infektionskrankheiten ‒ der Karies und der Parodontitis bei.

Karies wird durch Bakterien hervorgerufen, die aus nicht entfernten Zahnbelägen entstehen oder durch Übertragung (Küssen, Husten etc.) in den Mundraum gelangen. Säure bildende Mikroorganismen lagern sich in dem die Zähne umgebenden Biofilm ein und können den Zahnschmelz durch Herauslösen von Mineralsalzen (u.a. Kalziumphosphat) entmineralisieren. Ohne Gegenmaßnahmen (richtige Mundhygiene und Ernährung, Entfernung von Zahnbelägen, Neutralisierung des säurehaltigen Speichels) kann die Entmineralisierung fortschreiten und zu Zahnschädigungen bis hin zu Zahnextraktionen führen.

Parodontitis wird ebenfalls durch Mikroorganismen hervorgerufen, die sich in Zahnbelägen ansiedeln. Die gewebezerstörenden Bakterien können Entzündungen des Zahnfleisches und anderen Strukturen des Zahnhalteapparates (z.B. Wurzelhaut und Kieferknochen) hervorrufen und zu irreversiblen Schädigungen führen.

Prophylaxetipps

  • Zahnbürsten mit kurzem Kopf und endgerundeten Borsten verwenden
  • Wechseln der Bürste alle zwei bis drei Monate
  • Mindestens zwei mal täglich 3 Minuten lang mit kreisenden Bewegungen von „rot nach weiß“ putzen
  • Zahnseide und/oder Zahnzwischenraumbürstchen zur Reinigung schwierig erreichbarer Stellen verwenden
  • Zahnpasta mit hohem Fluoridgehalt zum Kariesschutz verwenden
  • Zusätzlich ein mal pro Woche Fluoridgel (z.B. Elmex Gelee) verwenden
  • Bei Zahnfleischentzündungen antimikrobielle Spüllösungen verwenden
  • Gesunde, ausgewogene Ernährung und kauaktive Nahrung (Vollkornbrot, Rohkost etc.)
  • Zuckerhaltige Speisen und Getränke vermeiden
  • Zwischenmahlzeiten vermeiden
  • Rauchen vermeiden
  • Nach dem Essen zuckerfreien Kaugummi kauen
  • Mindestens zwei mal im Jahr Kontrollbesuche beim Zahnarzt

Behandlungsspektrum

  • Kontrolle der Mundhygiene
  • Karies- und Parodontitis-Befund- und Risikobestimmung
  • Speicheltests
  • Anleitung und Information zum richtigen Putz-, Ess- und Trinkverhalten
  • Ernährungsberatung
  • Professionelle Zahnreinigung und Zahnpolitur
  • Fluoridierung (Zahnschmelzhärtung)
  • Fissurenversiegelung mit fluoridhaltigem Schutzlack
  • Versiegelung mit lichthärtendem Kunststoff (bei tiefen Fissuren)
  • Individueller Recall

Trotz der nachgewiesenen Erfolge einer systematischen Vorsorge werden die Kosten der Prophylaxe von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht übernommen. Viele Kassen bieten jedoch Bonusprogramme an, bei denen man auch für eine professionelle Zahnreinigung Punkte sammeln kann.