Kinder und Jugendliche

Die Frühbehandlung

Bereits ab einem Alter von ca. 3 Jahren kann eine kieferorthopädische Behandlung sinnvoll sein. Frühzeitig erkannte Fehlstellungen lassen sich oft schon mit spielerischen Muskelübungen oder einfachen Maßnahmen, wie einer Mundvorhofplatte oder einem Funktionsregler behandeln.

Eine Frühbehandlung ist dann indiziert, wenn sich mit ca. 6-7 Jahren abzeichnet, dass Auffälligkeiten bzw. Abweichungen vorliegen (z.B. stark vorstehende Zähne oder eine falsche Verzahnung). Auch vorzeitige Milchzahnverluste sind Behandlungsindikatoren, da sie häufig zu Platzmangel im bleibenden Gebiss führen. Mit dem Einsetzen eines Platzhalters kann eine Lücke offen gehalten werden. So kann frühzeitig und effizient bei einer Fehlentwicklung eingegriffen und durch rechtzeitiges Weichenstellen der Umfang einer späteren Behandlung verringert oder diese ganz verhindert werden.

Behandlung im Wechselgebiss

In der Regel beginnt eine Therapie bei Mädchen im Alter von 8-10, bei Jungen von 10-12 Jahren, wenn die bleibenden Schneidezähne komplett durchgebrochen sind und im Seitenzahnbereich der Zahnwechsel beginnt.

Im Wechselgebiss arbeitet man meist mit sog. „losen Spangen“, herausnehmbaren Geräten aus transparentem oder farbigem Kunststoff. Mit Hilfe der Funktionskieferorthopädie kann bei Kindern und Jugendlichen eine Harmonisierung des Gesichts- und Weichteilwachstums sowie eine erhöhte Stabilität des Bisses durch optimale Einstellung der Verzahnung erreicht werden. Durch rechtzeitiges Nachentwickeln der Kiefer können Engstände vermieden und dadurch bedingte Zahnextraktionen verhindert werden.

Behandlung im bleibenden Gebiss

Sind bereits alle bleibenden Zähne durchgebrochen, ist in der Regel das Hauptwachstum des Kiefers abgeschlossen. Es können keine Wachstumskorrekturen mehr vorgenommen werden und das Hauptaugenmerk liegt auf der Korrektur von Zahnfehlstellungen.

Die Behandlung wird überwiegend mit festsitzenden Multiband-Apparaturen, sog. „Brackets“ durchgeführt. Das sind spezielle Befestigungselemente und Bänder, die fest auf die Zähne geklebt bzw. zementiert werden. An diesen Elementen werden differenzierte Bögen befestigt, die aufgrund ihrer perfekten Rundung eine harmonische Ausformung der Zahnbögen bewirken.

Der Vorteil von einer Multibandbehandlung ist, dass sie 24 Stunden wirkt und weniger Mitarbeit vom Patienten erfordert als das Tragen von herausnehmbaren Spangen, was somit zu einem schnelleren Erfolg führt.